20.03.2018
Tag der Abgängigen – einfach zum Innehalten

Menschen brauchen Symbole und Rituale. „Österreich findet euch“ e.V. möchte seinen Beitrag dazu leisten, dass auch jene Menschen einen Tag als den „Ihren“ nennen können, welche einen abgängigen Menschen zu beklagen haben.
Zwar gibt es ihn – den „Tag der vermissten Kinder“, der seit 25. Mai 1983 begangen wird. Dieser Gedenktag wurde vom ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan zum Gedenken an den sechsjährigen Etan Patz, der am 25. Mai 1979 auf dem Weg zur Schule verschwand und dessen Schicksal ungeklärt ist, ausgerufen.

Wir kennen auch den „Internationalen Tag der Verschwundenen (International Day of the Disappeared). Dieser Gedenktag ist ein jährlich am 30. April begangener Gedenktag, der an das Schicksal von Menschen erinnern soll, die gegen ihren Willen an einem Aufenthaltsort und unter Bedingungen interniert sind, die ihren Familienangehörigen oder ihren juristischen Vertretern nicht bekannt sind. Die Initiative für diesen Gedenktag geht zurück auf die Federación Latinoamericana de Asociaciones de Familiares de Detenidos-Desaparecidos (FEDEFAM), eine 1981 in Costa Rica gegründete und in Lateinamerika tätige nichtstaatliche Organisation (NGO) und Vereinigung von lokalen und überregionalen Initiativen, die sich aktiv gegen geheime Internierung einsetzen (WIKIPEDIA)

UNSER TAG gilt aber jenen Menschen, deren Aufenthalt aufgrund einer polizeilich erstatteten Abgängigkeitsanzeige gem. Sicherheitspolizeigesetz (SPG) Abs 1 Zi 2 – 4 ermittelt wird. Menschen, bei denen Unfall oder auch ein Verbrechen befürchtet wird. Menschen die einfach von zu Hause weggingen und nie wieder heim kamen.
Dieser Tag – UNSER TAG – soll als Zeichen der Solidarität unserer Gesellschaft gegenüber den abgängigen Menschen und auch den betroffenen Angehörigen und Freunden ins Leben gerufen werden. Er soll dazu dienen, inne zu halten und an all jene zu denken, die dieses Schicksal zu tragen haben. Er soll den Betroffen die Gewissheit verleihen, die Last nicht alleine tragen zu müssen. Und er soll Betroffene zusammenführen.

Am Anfang steht ein Zeichen!
Unter diesem Motto haben wir das erste Zeichen, den ersten Schritt gesetzt und den 20. März von nun an zu UNSEREM TAG erkoren. Wir wünschen uns, dass sich auch dieser Gedenktag in der Gesellschaft etabliert. Vielleicht können wir auch eines Tages stolz auf eine Gedenkstätte blicken, die in einer Gemeinde, in einer Stadt zum Gedenken an unsere Abgängigen errichtet wurde.